Bei der sozialen Angststörung (soziale Phobie) steht die Angst im Vordergrund, von anderen negativ bewertet zu werden. Bei SONNFELS begleiten wir Sie mit kognitiver Verhaltenstherapie – für mehr Sicherheit im Kontakt mit anderen.
Einordnung nach ICD-10F40.1Soziale Phobien – gehört zu den phobischen Störungen (F40).
Die soziale Angststörung verstehen
Dazugehören zu wollen, ist eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse. Bei der sozialen Angststörung wird gerade dieses Bedürfnis zur Quelle von Angst: Die Sorge, abgelehnt, kritisch bewertet oder blossgestellt zu werden, begleitet Begegnungen, Gespräche und Auftritte. Oft ist Scham das spürbarste Gefühl – und dahinter der leise, sehr verständliche Wunsch, so angenommen zu werden, wie man ist.
Um sich zu schützen, ziehen sich viele zurück oder beobachten sich im Gespräch ständig selbst. Das gibt kurzfristig Sicherheit, verstärkt aber langfristig das Gefühl, nicht dazuzugehören. Soziale Angst ist häufig – und gut behandelbar.
Anzeichen und Symptome
Typische Anzeichen sozialer Angst:
Gedanken und Gefühle
- Starke Angst vor negativer Bewertung
- Grübeln vor und nach sozialen Situationen
- Hohe Selbstaufmerksamkeit
- Gefühl, von anderen beobachtet zu werden
Körperliche Anzeichen
- Erröten
- Zittern
- Schwitzen
- Herzklopfen
- Stimme, die versagt
Verhalten
- Vermeiden von Gesprächen, Telefonaten oder Präsentationen
- Sicherheitsverhalten wie wenig sprechen, Blickkontakt meiden
- Rückzug in Gruppen
- Verzicht auf berufliche Chancen
Warum eine frühe Abklärung wichtig ist
Je früher eine Angststörung erkannt und behandelt wird, desto weniger kann sich die Vermeidung im Alltag ausbreiten. Eine sorgfältige Abklärung klärt:
- Art, Dauer und Ausprägung der Beschwerden
- Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren
- Mögliche Begleiterkrankungen wie Depression
- Körperliche Ursachen, die ärztlich ausgeschlossen werden sollten
- Bisherige Behandlungen und deren Wirkung
- Ihre persönlichen Ziele und Ressourcen
Eine gründliche Abklärung ist die Grundlage für eine Behandlung, die wirklich passt.
Auswirkungen auf Beruf, Familie und Beziehungen
Soziale Angst schränkt oft unbemerkt viele Lebensbereiche ein:
Beruf und Ausbildung
- Verzicht auf Präsentationen oder Beförderungen
- Schwierigkeiten in Teams und Meetings
Beziehungen
- Schwierigkeiten, neue Kontakte zu knüpfen
- Zurückhaltung in Partnerschaft und Freundschaften
Wohlbefinden
- Einsamkeit
- Erhöhtes Risiko für Depression
So behandeln wir die soziale Angststörung
Kognitive Verhaltenstherapie hilft bei sozialer Angst nachweislich. Welche Elemente wir einsetzen, richtet sich nach Ihrer Diagnostik und Ihren Zielen.
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch, in dem wir Sie und Ihr Anliegen in Ruhe kennenlernen. Daraus entwickeln wir gemeinsam einen Behandlungsplan, der zu Ihnen passt. Die Verhaltenstherapie kennt viele Wege – Exposition ist nur einer davon. Welche Schritte Sie gehen, bestimmen Sie. Wir begleiten Sie in Ihrem Tempo.
Mögliche Bausteine – je nach Ihrem Plan
- Kognitive Modellarbeit zur sozialen Angst
- Abbau von Sicherheitsverhalten
- Aufmerksamkeit nach aussen lenken
- Bearbeiten von Grübeln nach Situationen
- Verhaltensexperimente und Exposition – wenn sie passen und mit Ihnen abgestimmt
- Bearbeitung lerngeschichtlich relevanter Erfahrungen
- Arbeit mit Selbstbild und inneren Anteilen
Mit der Zeit kann sich zeigen, dass Begegnungen oft freundlicher verlaufen, als die Angst es vorhersagt.
Unser Angebot in Adligenswil
Bei SONNFELS behandeln wir Erwachsene ab 18 Jahren in Adligenswil bei Luzern – aus den Kantonen Luzern, Zug, Schwyz, Nidwalden und Obwalden sowie dem südlichen Aargau. Je nach Situation wählen wir gemeinsam die passende Form: regelmässige Psychotherapie, eine konzentrierte Einzel-Intensiv-Therapie oder Prävention. Viele verbinden Sitzungen in der Praxis mit Online-Sitzungen.
Kontakt aufnehmen
Sie möchten wissen, ob eine Behandlung bei SONNFELS für Sie passt? Wir nehmen uns Zeit für ein erstes Gespräch und klären gemeinsam die nächsten Schritte.
Weiterführende Informationen
- Angst- und Panikhilfe Schweiz (APhS)Selbsthilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige
- Anxiety & Depression Association of America (ADAA)Englischsprachige Fachinformationen
- Pro Mente SanaBeratung und Informationen zu psychischer Gesundheit in der Schweiz
Häufige Fragen
Ist soziale Angst einfach Schüchternheit?
Nein. Schüchternheit ist ein Persönlichkeitszug. Eine soziale Angststörung führt zu deutlichem Leiden und Vermeidung.
Ist soziale Angst behandelbar?
Ja, sehr gut. Kognitive Verhaltenstherapie zeigt hohe Wirksamkeit.
Muss ich in der Therapie vor Gruppen sprechen?
Nein, nicht zwingend. Ob Übungen sinnvoll sind und wie sie aussehen, planen wir gemeinsam – in machbaren Schritten oder auf anderen Wegen.
Wann beginnt soziale Angst?
Häufig in der Jugend. Sie lässt sich in jedem Alter gut behandeln.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, den ärztlichen Notfalldienst, die Dargebotene Hand (143) oder im Notfall an 144.












