Trennungsangst ist die übermässige Angst vor der Trennung von nahen Bezugspersonen. Sie kann auch im Erwachsenenalter bestehen oder erstmals auftreten. Bei SONNFELS behandeln wir Trennungsangst bei Erwachsenen mit kognitiver Verhaltenstherapie und beziehen – wo hilfreich – Angehörige ein.
Einordnung nach ICD-10F41.8Bei Erwachsenen keine eigene Diagnose: Die ICD-10 kennt die Trennungsangst als Störung des Kindesalters (F93.0). Im Erwachsenenalter wird sie meist unter den sonstigen spezifischen Angststörungen (F41.8) erfasst.
Trennungsangst verstehen
Im Erwachsenenalter zeigt sich Trennungsangst häufig als anhaltende Sorge, dem Partner oder den eigenen Kindern könne etwas zustossen – verbunden mit dem Bedürfnis nach ständigem Kontakt und grosser Anspannung bei Trennungen.
Von einer behandlungsbedürftigen Angst spricht man, wenn sie deutlich stärker ist als die Situation erwarten lässt, länger anhält und das Leben spürbar einschränkt.
Anzeichen und Symptome
Typische Anzeichen:
Gedanken und Gefühle
- Anhaltende Sorge, Bezugspersonen könnte etwas zustossen
- Angst vor dem Alleinsein
- Albträume über Trennung
Körperliche Anzeichen
- Bauch- oder Kopfschmerzen vor Trennungen
- Übelkeit
- Schlafprobleme
Verhalten
- Häufiges Anrufen oder Nachschreiben
- Vermeiden von Reisen oder Übernachtungen ohne Bezugsperson
- Schwierigkeiten bei Schul- oder Arbeitsbeginn
Warum eine frühe Abklärung wichtig ist
Je früher eine Angststörung erkannt und behandelt wird, desto weniger kann sich die Vermeidung im Alltag ausbreiten. Eine sorgfältige Abklärung klärt:
- Art, Dauer und Ausprägung der Beschwerden
- Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren
- Mögliche Begleiterkrankungen wie Depression
- Körperliche Ursachen, die ärztlich ausgeschlossen werden sollten
- Bisherige Behandlungen und deren Wirkung
- Ihre persönlichen Ziele und Ressourcen
Eine gründliche Abklärung ist die Grundlage für eine Behandlung, die wirklich passt.
Auswirkungen auf Beruf, Familie und Beziehungen
Trennungsangst belastet oft das ganze Umfeld:
Schule und Beruf
- Schulvermeidung
- Schwierigkeiten bei Reisen oder auswärtigen Terminen
Familie
- Enge gegenseitige Abhängigkeit
- Belastung für Eltern oder Partner
Soziales
- Verzicht auf Unternehmungen ohne Bezugsperson
So behandeln wir Trennungsangst
Die kognitive Verhaltenstherapie ist wirksam bei Trennungsangst.
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch, in dem wir Sie und Ihr Anliegen in Ruhe kennenlernen. Daraus entwickeln wir gemeinsam einen Behandlungsplan, der zu Ihnen passt. Die Verhaltenstherapie kennt viele Wege – Exposition ist nur einer davon. Welche Schritte Sie gehen, bestimmen Sie. Wir begleiten Sie in Ihrem Tempo.
Mögliche Bausteine – je nach Ihrem Plan
- Psychoedukation für Betroffene und Angehörige
- Bearbeitung lerngeschichtlich relevanter Erfahrungen, etwa von Bindungserfahrungen
- Abbau von Rückversicherung
- Schrittweise Trennungsübungen – wenn sie passen
- Einbezug von Angehörigen
- Stärkung der Selbstwirksamkeit
Unser Angebot in Adligenswil
Bei SONNFELS behandeln wir Erwachsene ab 18 Jahren in Adligenswil bei Luzern – aus den Kantonen Luzern, Zug, Schwyz, Nidwalden und Obwalden sowie dem südlichen Aargau. Je nach Situation wählen wir gemeinsam die passende Form: regelmässige Psychotherapie, eine konzentrierte Einzel-Intensiv-Therapie oder Prävention. Viele verbinden Sitzungen in der Praxis mit Online-Sitzungen.
Kontakt aufnehmen
Sie möchten wissen, ob eine Behandlung bei SONNFELS für Sie passt? Wir nehmen uns Zeit für ein erstes Gespräch und klären gemeinsam die nächsten Schritte.
Weiterführende Informationen
- Angst- und Panikhilfe Schweiz (APhS)Selbsthilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige
- Anxiety & Depression Association of America (ADAA)Englischsprachige Fachinformationen
- Pro Mente SanaBeratung und Informationen zu psychischer Gesundheit in der Schweiz
Häufige Fragen
Behandeln Sie auch Kinder und Jugendliche?
Wir behandeln Erwachsene ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche helfen wir gerne bei der Suche nach einer passenden Fachstelle.
Gibt es Trennungsangst bei Erwachsenen?
Ja. Trennungsangst kann auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten.
Sollten Angehörige mitkommen?
Das hängt von der Situation ab. Bei Trennungsangst sind nahestehende Menschen oft eng in den Alltag mit der Angst eingebunden und selbst belastet. Ob und wie wir sie einbeziehen, besprechen wir gemeinsam – so, dass es für alle Beteiligten stimmt.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, den ärztlichen Notfalldienst, die Dargebotene Hand (143) oder im Notfall an 144.












